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Highlights der Bank Austria Kunstsammlung

Mit rund 10.000 Objekten zählt die Bank Austria Kunstsammlung zu den führenden Sammlungen österreichischer Kunst. Sie setzt im ausgehenden 19. Jahrhundert mit dem Historismus und dem Wiener Jugendstil ein und hat ihre Schwerpunkte in der Malerei der Avantgarde nach 1945 sowie in der zeitgenössischen Kunst.

Der 1998 gegründete Georg Eisler-Preis ist einer der höchst dotierten Ankaufspreise des Landes und eine wichtige Plattform für junge aktuelle Kunst.

Ein besonderer Höhepunkt der Sammlung ist das umfangreiche Portfolio von Klassikern der internationalen Fotografie: Die Sammlung Fotografis enthält Ikonen der Kunstfotografie von Alfred Stieglitz bis Diane Arbus.

 

Historismus, Jugendstil und Expressionismus

Hans Makarts monumentale mythologische Gemälde (z.B. »Tod des Siegfried«) markieren das Ende der klassischen Malerei im ausgehenden 19. Jahrhundert, die dann von impressionistischen sowie symbolistischen Strömungen abgelöst wird: Gustav Klimts Bild »Nixen« (Silberfische), 1899 zählt zu den herausragenden Juwelen der Sammlung – mystische weibliche Gestalten, schwebend im schillernd atmosphärischen Grün. Oskar Kokoschkas »Amor und Psyche«, 1955, zeigt den großen Vertreter des Expressionismus als sensitiven Koloristen: Mit zarten Tönen verwandelt Kokoschka die mythologische Szenerie in ein malerisches Feld.

Avantgardekunst nach 1945 und zeitgenössische Abstraktion

Nach neosurrealistischen Bewegungen (Fuchs, Brauer, Hutter, Rainer, Lassnig, u.a.) in den Jahren nach 1945 hat sich die Abstraktion als die Avantgardesprache in der österreichischen Kunst etablieren und über ihre Grenzen hinaus internationale Anerkennung gewinnen können. Gefördert von Monsignore Otto Mauer, dem damaligen Domprediger der Stephanskirche, präsentierten ab Mitte der 1950er Jahre Arnulf Rainer, Josef Mikl, Markus Prachensky und Wolfgang Hollegha ihre informellen Gemälde in der Galerie St. Stephan. Markus Prachenskys »Rouge sur blan«c, 1959, zählt zu den Hauptwerken jener Aufbruchszeit in der ungegenständlichen Kunst: Malerei als expression pure, als abstrakte Expression.

Kurt Kocherscheidt gilt als singuläre Figur im Kontext der neueren abstrakten Tendenzen. Das kolossale Bild »Ohne Titel« von 1988 zeigt eine helle ovale Form auf schwarzem Grund. Trotz eines klaren Figur-Grundverhältnisses steht die Malerei als Malerei gegenüber dem Figurativen und der Abbildung von Wirklichkeit im Vordergrund.
Im Laufe der 1980er Jahre haben Künstler wie Erwin Bohatsch oder Hubert Scheibl zu einer abstrakten Bildsprache gefunden, die Bereiche der radikalen und monochromen Malerei berühren. Anstelle der zuvor entstandenen expressionistisch figurativen Gemälde entstanden beruhigte malerische Werke mit transparent schillernder Atmosphäre. Künstlerische Positionen wie Gerwald Rockenschaub, Walter Obholzer, Karl Heinz Stöhle, oder aus der jungen Generation Esther Stocker führen das Kapitel Abstraktion fort: Ihre Bilder sind geprägt von Geometrie und Konstruktion.

Wiener Aktionismus und Performance: Von Nitsch bis Wurm

Hermann Nitschs und Günter Brus’ Aktionsmalereien ab den frühen 1960er Jahren sind in Reaktion auf die informelle Malerei entstanden: Anstelle einer abstrakten »sekularisierten« Malerei galt als Ziel, Kunst und Leben in Einklang zu bringen. In Günter Brus’ fotografischem Zyklus »Aktion Selbstbemalung I«, 1964, finden Performance und Malerei eine Symbiose. Hier deuten sich Brus’ Tendenzen der radikalen Körperaktionen bis hin zur selbst verletzenden »Zerreißprobe« von 1970 an. Hermann Nitschs Schüttbilder sind sinnlich malerische Beiträge seines spirituell-archaischen Orgien Mysterien Theaters.
Im Œuvre von Valie Export und Erwin Wurm findet das Performative und Körperbezogene eine zentrale Position; zwei international etablierten Protagonisten der österreichischen Performancekunst mit konzeptionellen Aspekten. Wurms »One Minute Sculptures« berühren sowohl aktionistische als auch skulpturale Parameter.

Figur und Wirklichkeit: Von Lassnig bis Brandl

Neben der dominierenden informellen Kunst der Nachkriegszeit sowie des Wiener Aktionismus haben sich wichtige Positionen einer gegenständlichen Malerei entwickelt. Allen voran Maria Lassnig, die bereits in den frühen 1960er Jahren zu einem singulären Figurationsbegriff gefunden hat. In den Arbeitsprozess ihrer »Körpergefühlsbilder« implementiert Lassnig ihre eignen psychischen Empfindungen: Druckstellen, schmerzende Arme und Beine, brennende Haut.
Attersee setzt stets das sinnlich Erotische ins Zentrum seiner monumentalen figurativen Gemälde, das sich einerseits im Motivischen – Frauenakte, Blüten, Knospen und Tropfen, andererseits im sinnlichen Farbfluss wieder findet.
Herbert Brandl hat sich seit 2000 vorwiegend dem Sujet Berg verschrieben – wuchtige Gemälde, die zwischen malerischer Offenheit und fotografischer Treue changieren. »Das Malen an den groß dimensionierten Leinwänden ist dem Bezwingen der Welswand ähnlich. Vor dem Absturz sei man nie gefeit«, so Brandl. Dies verdeutlicht seine selbstkritische und zweifelnde Haltung gegenüber dem traditionsreichen Medium, der Malerei.

Alois Mosbacher (Eisler-Preisträger 2002), ehemaliger Vertreter der Neuen Wilden in den 1980er Jahren, zeigt in den neueren Arbeiten Tendenzen zu einer konkreteren Abbildung der Wirklichkeit, gespeist von den Neuen Medien. Seine Inhalte beziehen sich etwa auf Fantasy-Rollenspiele, die er in malerisch sensibler Weise interpretiert. Eine leicht surreale Atmosphäre nehmen auch die aktuellen Bilder von Maja Vukoje ein (Eisler-Preisträgerin 2004): eine fantastische Tierwelt mit schillernden Farbvaleurs. Vor allem die jungen KünstlerInnen nehmen sich dem Genre der Figuration an: alltägliche autobiografische Ereignisse bei Katrin Plavcak (Eisler-Preisträgerin 2003) und Gerlind Zeilner (Eisler-Preisträgerin 2005), oder Jugendkulktur bei Muntean und Rosenblum. Stets ist die sachlich malerische Wiedergabe der Wirklichkeit im Zentrum. Anders etwa bei Bernd Koller (Eisler-Preisträger 2006), der sich der Aquarelltechnik verschrieben hat; mit ihr malt er sensible lyrische Blätter mit Naturbezug, der aus der Spontaneität entspringt.

Ikonen der Fotografie

Mit der Sammlung Fotografis besitzt die Bank Austria eine reiche Schatzkammer von mehr als 400 fotografischen Werken. Sie spannt einen Bogen von der Pionierzeit der Fotografie des 19. Jahrhunderts über Piktorialismus, Straight Photography, experimentelle Positionen der Avantgarden bis zu Beiträgen der Reportagefotografie der Nachkriegszeit und Gegenwart. Unter ihnen sind fotografische Ikonen von Edward Steichen, Alfred Stieglitz, Man Ray, Edward Weston, Henri Cartier-Bresson oder Diane Arbus zu finden.

 

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Monet - Kadinsky, Rothko und die Folgen

28. Februar 2008 - 29. Juni 2008

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Claude Monet, Nymphéas (Seerosen), 1916-19, Öl auf Leinwand
200 x 180 cm, Sammlung Beyeler, Basel, Foto: © Sammlung Beyeler, Basel

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